Tierschutz, Ernährung und Haustierhaltung

Hallo liebe Freunde und Hundefreaks. In letzter Zeit stolpere ich vermehrt über Fotos, Beiträge und Postings in sozialen Netzwerken die sich mit dem Thema vegane Ernährung und Tierschutz befassen. Immer mehr Menschen verzichten aus tierschutzrechtlichen Gründen auf den Verzehr von Fleisch und bringen Beiträge auf Facebook, die darauf abzielen andere Menschen zu erreichen und zu einem Umdenken zu bewegen.

Prinzipiel finde ich diese Entwicklung sehr sehr gut und lobenswert. Sich Gedanken über sein Essen zu machen und wo es herkommt, ist ein wichtiger Schritt dahin gehend Tierleid zu minimieren und den Klimawandel in der ganzen Welt zu stoppen.

Jedoch frage ich mich oft: Ist Vegan wirklich der Weg ins Licht?

Im Bezug auf die Rettung des Planeten gesehen, eigentlich nein. Denn was würde Vegan bedeuten? Es würde bedeuten gigantische Sojafarmen anzulegen um den Proteinbedarf der Menschheit zu decken. Für die Umwelt würde das noch schneller das Ende des Planeten bedeuten als die Tierhaltung. Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Lösung zu finden, scheint mir also gar nicht so einfach zu sein.

Zum Glück bin ich kein Politiker der solche Entscheidungen treffen muss. Aber ich bin Hundehalter und Hundetrainer. Und im Bezug darauf ist mir dann etwas aufgefallen, das mir schier die Galle hochkochen lässt.

Die meisten Tierschutzaktivisten und Veganverfechter besitzen selbst Hunde. Nun unterscheiden sich diese Menschen oft in zwei große Gruppen. Nämlich die Hardcore-Veganer und die Larifari-Veganer. Beide sind sich darüber einige das die Massentierhaltung beendet werden muß.

Genau bis hier hin stimme ich all diesen Menschen zu. Massentierhaltung ist ein Produkt unserer kranken Konsumgesellschaft die heutzutage nicht einmal mehr beim Bäcker auf Fleisch verzichten will. Das ist krank und pervers und muß mit allen Mitteln bekämpft werden.

Allerdings stimme ich nicht in allen Punkten zu. Ich möchte zunächst meinen Blick auf die Larifari-Veganer werfen.

Diese Art Veganer sitzt vor dem Rechner, teilt kräftig Bilder die sich an Grausamkeit und Ekel stätig überbieten und schwingt die moralische Keule über all jene Köpfe die es wagen in Aldi und Lidl ihre täglichen Einkäufe zu verrichten. Sie selber halten sich in der Regel an ihre auferlegten Essgewohnheiten. Außer in einem Punkt:

Einmal pro Woche werden in einem Geschäft ihrer Wahl Hundefutter Produkte gekauft die tierischen Ursprungs sind. Im Idealfall noch von namhaften Futtermittelherstellern, weil man will ja seinem Liebling was gutes tun.

99% aller Futtermittelhersteller, greifen auf würdelose Tierversuche zurück um die unmengen an Zusatzstoffen, die in ihre fleischige Pampe gemischt wurde, zu testen. Dazu werden Mais und andere pflanzliche Abfallprodukte gemischt, die der Hunde überhaupt nicht verdauen kann.

An dieser Stelle soll Katzenbesitzern auch mal eben schnell die Augen geöffnet werden. Ja! Mit Katzenfutter ist es genau das selbe. Manche Larifari-Veganer sind schon einen Schritt weiter und Barfen ihren Hund oder ihre Katze. Ich sage dazu: Daumen hoch! Ich Barfe selbst meinen Hund und bin davon absolut überzeugt. Abschließend sollte dem Larifari-Veganer klar werden, dass das Fleisch, welches er seinem Tier verabreicht, von anderen Tieren stammt. Tiere die in Betrieben, seien sie groß oder klein, aufgezogen und geschlachtet werden.

Doch möchte ich nun kurz auf die Hardcoreveganer eingehen. Hardcoreveganer sind Menschen die in aller Regel sehr gut über das ganze Thema Vegan bescheid wissen. Sie tappen meistens nicht in die „Vegane-Werbe-Falle“ die allen möglichen Mist verkaufen will, wie vegane Schuhe. Mal ehrlich….

Nein aber der Hardcoreveganer hat dafür andere Probleme. Erstens kämpft er mit einem notorischen Vitaminmangel, was ihn kränklich wirken lässt und ihn dazu veranlasst ab einem Alter von etwa 30 Jahren dieses Nährstoffdefizit mit reichlich Chemie in Form von Pillen und Getränken auszugleichen. Das ist mir ehrlich gesagt herzlich egal. Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Wann mir allerdings die Krawatte anschwillt ist, wenn ich mitbekomme wie diese Leute voller stolz Videos und Beiträge verbreiten in denen sie fröhlich mit vollem Eifer der Menschheit erzählen wie sie ihre Haustiere ebenfalls vegan ernähren und wie gut es diesen Tieren angeblich tut.

Da meldet sich dann nämlich die Fachkraft für Hundeerziehung und Hundehaltung in mir und rebelliert laut stark. Sie sorgt dann dafür das ich mich an meinen Rechner setze und einen Artikel darüber verfassen muss. Hunde sind sogenannte Semi-Karnivoren. Das bedeutet das sie vorwiegend Fleisch verzehren. Dies ist auch kein Geheimniss. Das machen uns unsere Hunde jeden Tag aufs neue Klar, wenn sie wie die Doofen hinter Hasen oder Rehen her rennen. Da hilft es dann auch nichts wenn blauäugige Terrier-Besitzerrinnen sich immer wieder einreden wollen: „Naja, der will ja nur mit den Tieren spielen! Der würde die nie beißen oder gar töten, wenn er sie kriegen würde. Der ist so lieb, der weis doch gar nicht das er die Zähne zum beißen hat.“ Liebe Terrier-Besitzerin, lieber Larifari-Veganer und lieber Hardcore-Veganer…. doch. Euer Hund weis es.

Im laufe der Domestikation vom Grauwolf (Canis Lupos) bis hin zu unserem heutigen Hund, sind viele Verhaltensmerkmale des Wolfes verloren gegangen. Insbesondere die instinktive Scheu vor dem Menschen. Was jedoch niemals verloren gegangen ist, sind die Ernährungsgewohnheiten. Der Verdauungstrakt eines Hundes mit durchschnittlicher Größe und Gewicht ist dem Verdauungstrakt des Grauwolfs zu 100% identisch. Das bedeutet das der Hund wenig Kohlenhydrate verwertet, da sein Dünndarm sehr kurz ist und diese komplexen Energieträge nicht völlig aufspalten kann. Das führt dann zu breiigem stinkenden Kot mit den bekannten gelben Maisbröckchen darin. Fleischliche Proteine hingegen und fettlösliche Vitamine wie die E, D, K und A Vitamine, liefern dem Hund die Energie die er benötigt um optimal körperlich versorgt zu sein. Sie sind schnell aufgespalten und liefern dem Hund rasch die Energie die er benötigen würde um zu überleben.

Und jetzt kommt die wichtigste Info für alle Veganer die ihre Hunde pflanzlich ernähren:

Hunde besitzen keine Enzyme im Speichel die pflanzliche Nährstoffe aufspalten. Anders als wir Menschen, haben Hunde auch keine Mahlzähne. Das Gebiss des Hundes ist darauf ausgelegt, Fleischbrocken zu reißen, grob zu zerkleinern und dann abzuschlucken. ALLE Pflanzenfresser besitzen Mahlzähne und die Fähigkeit Pflanzen aufzubrechen, die Nährstoffe freizusetzen und mit den Enzymen im Speichel der Verdauung zuzuführen.

Aus diesem Grund fressen Wölfe und auch Hunde, wenn sie es müssten, zuerst den Mageninhalt erlegter Tiere. Der Magen der Beute beinhaltet aufgespaltene und vorverdaute pflanzliche Nährstoffe und wasserlösliche Vitamine die der Hund in kleinen Mengen benötigt. Ich betone noch einmal… IN KLEINEN Mengen. Eine vegane Vollmahlzeit aus Rüben und Sellerie Fluchtgemüse ist also ein wenig zuviel des guten.

Abschließend ist dazu wohl nur zu sagen. Wer auf die unendlich dumme Idee kommt seinen Hund vegan zu ernähren ist in meinen Augen nichts anderes als ein Tierquäler dem man schleunigst vor der nächsten Futtergabe, den Hund entziehen sollte. Denn auch hier hab ich schon das ein oder mal gehört: „Ja, der ist halt Faul und bewegt sich nicht so gerne. Ist halt sein Charakter. Der würde draußen nie überleben.“ Dieser Satz wird mit einem humoristischen Unterton und Schmunzeln rübergebracht der den niedlichen Faulheitsfaktor des vegan ernährten Hundes unterstreichen soll.

Tja, ihr kennt meine Antwort oder? „Nein, der ist nicht faul. Der Hund ist krank und kronisch mangelernährt. Ihm fehlt die Energie für lange Spaziergänge weil du deinen Hund langsam aber sicher durch falsche Ernährung tötest.“

Was also ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen. Aber ich habe aus dieser Erkenntnis die Entscheidung getroffen mich nicht vegan oder vegetarisch zu Ernähren. Wobei ich Menschen die das tun, nach wie vor nicht verurteile, solange sie nicht ihre fleischfressenden Haustiere darunter leiden lassen. Denn die völlige Einstellung der Fleischproduktion würde auch bedeuten, die Haustierhaltung zu beenden. Und ich persönlich möchte niemals in meinem Leben das Gefühl missen einen Hund an meiner Seite zu haben. Ebenso möchte ich, dass später einmal meine Kinder dieses Gefühl kennen und lieben lernen.

Allerdings bin ich nach wie vor ein großer Feind der Massentierhaltung und der unwürdigen Tierquälerei die in Großschlachtbetrieben praktiziert wird. Dafür gibt es jedoch eine ganz einfache Lösung! Ich kaufe mein Fleisch bei einem Metzger meines Vertrauens. Ein Metzger der mit Bauernhöfen aus der Umgebung zusammen arbeitet, die sich Artgerechte Tierhaltung auf die Fahnen geschrieben haben. Diese Höfe kann man sogar besuchen und sich den Betrieb, wenn man total skeptisch ist, ansehen.

Ich esse nicht jeden Tag Fleisch. Zwei bis drei mal pro Woche reicht vollkommen aus. Und allein durch den umsichten Umgang mit Lebensmitteln kann man der Massentierhaltung schon ein Ende setzen. Daran sollten alle denken bevor sie wieder Facebook mit linkspatriotischen Veganslogans zu kleistern.

Aber wir wären nicht Marcels Hundeschule wenn wir nicht unseren Freunden und denen die es werden wollen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich freue mich sehr über Anfragen bezüglich der Ernährung eurer Vierbeiner und beantworte alle Eure E-Mails oder Anrufe natürlich zeitnah. Wenn ihr darüber nachdenkt Euren Hund auf Barf umzustellen oder es vielleicht sogar schon getan habt, euch aber nicht sicher seit, alles richtig zu machen, zermürbt euch nicht den Kopf, sondern haut eure Fragen in die Tastatur und ich gebe mir größte Mühe euch zu unterstützen.

In diesem Sinne, haltet die Ohren und die Rute steif!

Euer Hundemensch

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